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CO2-Preis für fossile Energieträger: Das sollten Sie jetzt wissen (November 2020)

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Gas, Heizöl und Kraftstoffe betroffen

Mit Beginn des Jahres 2021 wird ein CO2-Preis auf fossile Energieträger erhoben. Damit werden Kraftstoffe an der Tankstelle, aber auch Gas und Heizöl für die Wärmeversorgung voraussichtlich teurer. Worauf müssen sich insbesondere Eigenheimbesitzer jetzt einstellen, und was können sie diesbezüglich tun? Wir haben die wichtigsten Antworten für Sie zusammengefasst.

Auf was wird der CO2-Preis angerechnet?

Auf fossile Energieträger wie Gas, Flüssiggas und Heizöl, aber auch auf fossile Kraftstoffe wie Benzin und Diesel wird ab 1. Januar 2021 eine zusätzliche Abgabe – die sogenannte CO2-Bepreisung – erhoben. Sie soll dazu beitragen, dass insgesamt weniger solcher Kraft- und Brennstoffe verbraucht werden und die so verursachten Treibhausgasemissionen sinken.

Wie hoch wird der CO2-Preis sein?

Grundsätzlich wird auf alle fossilen Energieträger der CO2-Preis erhoben. Für 2021 beträgt dieser 25 Euro pro Tonne CO2, das entspricht für Kraftstoffe wie Benzin rund 7 Cent pro Liter und für Diesel rund 8 Cent. Für Brennstoffe zur Gebäudeversorgung wird der Aufschlag beim Heizöl bei etwa 8 Cent pro Liter betragen – pro Kilowattstunde entspricht das etwa 0,75 Cent – bei Flüssiggas sind es ca. 0,65 Cent und bei Erdgas 0,55 Cent. Die Unterschiede hier sind also relativ gering.

Was bedeutet das für Ihre Heizkosten?

Die CO2-Abgabe wird nicht von den Verbrauchern selbst entrichtet, sondern von den sogenannten Inverkehrbringern von Kraft- und Brennstoffen – vereinfacht gesagt also den Herstellern. Die Preissteigerungen, die ab dem 1. Januar zu erwarten sind, liegen im Rahmen der üblichen Preisschwankungen. Gerade Heizölkunden haben die Möglichkeit, je nach Füllstand ihrer Tankanlage Zeiten mit niedrigen Marktpreisen zur gezielten Bevorratung zu nutzen. Viele haben dies in den vergangenen Monaten bereits getan, da der Brennstoffpreis aktuell spürbar günstiger ist, als in den vergangenen Jahren. Allerdings wird die CO2-Bepreisung in den kommenden Jahren weiter steigen, sodass es – neben dem wichtigen Klimaschutzaspekt – auch finanziell sinnvoll sein kann, Maßnahmen zur Verbrauchsminderung zu ergreifen.

Was können Hauseigentümerinnen und -eigentümer jetzt tun?

Eine erste Maßnahme, den CO2-Preis mit heimischen Mitteln zu kompensieren, ist das Energiesparen. Nicht jede kurze Strecke muss mit dem Auto zurückgelegt werden. Bei der Wärmeversorgung lassen sich durch bewusstes Heizen und Lüften unnötige Verbräuche vermeiden. Dazu gehört zum Beispiel ein moderates Absenken der Raumtemperatur und gezieltes Stoßlüften. Fenster sollten an kalten Tagen nicht längere Zeit „auf Kipp“ stehen. Gerade Besitzer einer älteren Heizung, die noch nicht mit effizienter Brennwerttechnik arbeitet, sollten jedoch anfangen, eine Modernisierung zu planen. Dabei ist es meist am günstigsten, beim bestehenden System zu bleiben. Wer seine Heizung auf moderne Öl-Brennwerttechnik modernisiert, spart zum Beispiel in der Regel mehr ein, als durch die zusätzliche CO2-Bepreisung an Kosten anfällt.

Was kann darüber hinaus getan werden?

Die Gebäudedämmung – zum Beispiel von Dach, Fassaden oder auch der Kellerdecken – ist eine wirkungsvolle Möglichkeit, den Energiebedarf eines Gebäudes zu senken, vor allem dann, wenn ohnehin Modernisierungsmaßnahmen anstehen. Eine weitere Option ist die Einbindung erneuerbarer Energie in die Wärmeversorgung. Wer eine moderne Brennwertheizung zu Hause hat, kann sie vergleichsweise einfach mit einer Solaranlage zu einer Hybridheizung erweitern und so noch mehr Brennstoff und Emissionen einsparen.

Können Kraft- und Brennstoffe künftig klimaschonender werden?

Auch herkömmliche Gebäude mit Ölheizung haben eine klimafreundliche Perspektive, denn: Langfristig wird auch der eingesetzte flüssige Brennstoff erneuerbar werden. „An erneuerbaren flüssigen Energieträgern wird mit Hochdruck gearbeitet, in vielen Demonstrationsprojekten werden sie bereits heute völlig problemlos in aktueller Heiztechnik eingesetzt“, berichtet dazu Adrian Willig, Geschäftsführer des IWO. Untersuchungen in Theorie und Praxis zeigen: Durch mehr Effizienz, Hybridtechnik und den künftigen Einsatz solcher Future Fuels können Gebäude mit Ölheizung die Klimaziele erreichen.

Mehr Informationen dazu auf www.zukunftsheizen.de.

Die Wärmepumpenheizung – Ökostar oder teurer Luxus? (November 2020)

Keine Gasleitung, keine Vorratshaltung, kein Schornstein: Gebäude mit Wärmepumpen kommen ganz ohne Verbrennung aus. Warum eine Wärmepumpenheizung dennoch auf absehbare Zeit für die meisten Menschen keine Alternative zu konventionellen Heizmethoden sein wird, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Die Idee der Wärmepumpenheizung ist genial. Sie besagt: Unseren Planeten erreicht durch die Sonne so viel Energie. Warum benutzen wir nicht die Elemente Luft, Wasser und Erde zum Heizen? Die Erzeugung von Wärme erfolgt dabei über einen Wärmetauscher. Dieses Bauteil ist auch dafür verantwortlich, dass es im Kühlschrank an heißen Sommertagen kalt ist. Wärmepumpen funktionieren ganz ähnlich wie ein Kühlschrank. Allerdings nur umgekehrt: Hier wird die äußere Umgebung „gekühlt“ und das Innere – also das Haus – gewärmt. Auch hier gibt es ein Kältemittel, ohne welches der gesamte Prozess nicht möglich wäre. Es fließt durch ein geschlossenes Kreislaufsystem und besteht aus:

  • einem Verdampfer, in dem das Kältemittel durch die Umweltwärme, die aus der Luft, dem Grundwasser oder der Erde stammt, zum Verdampfen gebracht wird,
  • einem Verdichter, in dem das Kältemittel durch die Zugabe elektrischer Energie weiter verdichtet wird, so dass es sich stärker erhitzt,
  • einem Kondensator, in dem das Kältemittel seine Wärmeenergie an die Heizungsanlage abgibt
  • und einem Expansionsventil zum Abkühlen des Kältemittels, so dass der Prozess von neuem beginnt.

Hat man sich mit diesem Thema noch nie weitergehend beschäftigt, ist der erste Gedanke: „Ob Klimawandel oder Ressourcenknappheit: Mit diesen Wärmepumpen können wir viele unserer größten Energieprobleme lösen und dabei auch noch Heizkosten einsparen!“ Doch ohne Energie von außen funktioniert diese Technologie auch nicht – ganz im Gegenteil. Wie bereits erwähnt, benötigt eine Wärmepumpenheizung einen Verdichter, um die Temperatur der natürlich erzeugten Wärmeenergie zu erhöhen. An dieser Stelle kommt das energieintensive Element der Wärmepumpenheizung ins Spiel: Der Strom. Und dessen Verbrauch und Herkunft entscheiden über den ökologischen Fußabdruck und die Kosten beim Heizen.

Für den ökologischen Betrieb von Heizungen mit Wärmepumpe benötigt man eben auch grünen Strom. Denn: Ob sich eine Heizung mit Wärmepumpe für die Umwelt und den Geldbeutel lohnt, hängt letzten Endes davon ab, wie der Strom erzeugt wurde – aus Kohle, Gas- oder Atomkraftwerken. Und wie viel Strom in die Anlage eingespeist werden muss. So lässt sich eine Heizungsanlage mit einer Wärmepumpe nur dann tatsächlich effizient betreiben, wenn die Vorlauftemperatur – das ist die Temperatur, mit der das Wasser durch die Heizungsrohre fließt – nicht allzu hoch ist. Sie sollte unter 50, besser unter 45 Grad Celsius liegen. Das funktioniert aber nur in sehr (!) gut isolierten Niedrigenergiehäusern. Je nach Haus und Anlage liegt der Stromanteil bei einer Wärmepumpenheizung aber auch dann noch immer zwischen 20 und 30 Prozent.

Der zweite Nachteil dieser Heizung ist die Quelle für die Umweltwärme, auf die sie zurückgreift. Luft, Wasser und Erde klingen zwar nach einfacher Verfügbarkeit, aber nicht jedes Element eignet sich gleichermaßen für den wirtschaftlichen Betrieb einer Heizung. Gerade die am besten geeigneten Elemente Erd- und Grundwasserwärme lassen sich zum einen nicht auf jedem Grundstück anzapfen und ziehen zum anderen oft massive Kosten nach sich. Außerdem hat ein Gutachten für das Institut für Wärme und Mobilität e. V. (IWO) herausgefunden, dass wir in Deutschland bei einem Plus von nur 20 Prozent Wärmepumpenheizungen ACHT neue Kohlekraftwerksblöcke bräuchten, um den zusätzlichen Energiebedarf an Strom zu decken. Denn Wind und Sonne schaffen bereits den heutigen Strombedarf erst zur Hälfte!

Eine umweltfreundliche Öl-Hybridheizung bleibt also immer noch die beste Wahl. Und am zukünftigen Einsatz von „grünem“ Heizöl wird bereits intensiv gearbeitet. Bis zur Markteinführung gibt es auch die Möglichkeit, mit Aral HeizölEcoPlus Klimaneutral einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Durch das Heizen mit dieser Heizölsorte wird das gesamte bei der Verbrennung frei werdende CO2 durch die Unterstützung zertifizierter Klimaschutzprojekte neutralisiert.

Textquelle: meinwohn.blog, IWO

Schimmel vermeiden: Richtig lüften in Herbst und Winter (Oktober 2020)

Luftfeuchtigkeit reduzieren

Was meist mit kleinen schwarzen Punkten an der Wand anfängt, kann schnell unangenehm werden. Schimmelbefall in der Wohnung ist weder schön noch einfach in den Griff zu bekommen. Wer rund ums Jahr ein paar Dinge beim Heizen und Lüften beachtet, kann viel für ein gutes Raumklima und damit gegen Schimmelbefall tun. Das Institut für Wärme und Mobilität (IWO) hat dafür ein paar Tipps zusammengestellt.

Um Schimmelbildung erfolgreich zu verhindern, ist es entscheidend zu wissen, wie Schimmel überhaupt entsteht. Schimmel ist ein Pilz, der wächst, wenn vor allem eine Bedingung erfüllt ist: Feuchtigkeit. Zudem braucht Schimmel einen geeigneten Nährboden, auf dem er gedeihen kann – und das kann auch die Gebäudesubstanz sein. Maßgeblich beteiligt an der Entstehung von Schimmel sind feuchte Luft und kalte Oberflächen. Je kälter eine Oberfläche ist, umso eher setzt sich die Feuchtigkeit aus der Raumluft dort ab. Also gilt es, beides zu verhindern: kalte Oberflächen ebenso, wie zu viel Luftfeuchtigkeit im Raum.

Richtiges Lüften und Heizen reduziert die Schimmelgefahr

Die Luftfeuchtigkeit in den Räumen kann nicht verhindert, aber deutlich reduziert werden. Und zwar durch Lüften. Zwar möchten in der kalten Jahreshälfte nur Wenige auf eine warme Wohnung verzichten. Dennoch ist Lüften jetzt wichtig – und zwar am besten mit weit geöffneten Fenstern. Einzelne Fenster auf Kipp verhindern nicht nur einen großzügigen Luftaustausch, sondern können auch Schimmelbildung begünstigen: Die Bauteile in der Nähe des Fensters kühlen aus und Kondenswasser aus der feuchten Raumluft kann sich dort vermehrt absetzen. Und auch das Wäschetrocknen in der Wohnung spielt eine Rolle: Dabei entsteht viel Feuchtigkeit. Wann immer möglich, sollte die Wäsche also draußen getrocknet werden.

Durchzug statt Fenster auf Kipp

Um die Luftfeuchtigkeit in den Räumen zu reduzieren, gibt es ein einfaches Mittel: Stoß- oder Querlüften – am besten mit Durchzug. Nur so wird die verbrauchte Luft effektiv erneuert, ohne die Wände zu stark auszukühlen. Mindestens zwei Mal am Tag wird empfohlen, für etwa fünf bis zehn Minuten an warmen Tagen stoßzulüften – in den kühlen Monaten reichen zwei bis drei Minuten aus. Nach dem Lüften sorgt das Aufheizen der kalten und vergleichsweise trockenen Außenluft in der Wohnung dafür, dass die relative Luftfeuchtigkeit im Raum sinkt.

Raumtemperaturen sollten nicht zu niedrig sein

Und um die Wände nicht auskühlen zu lassen, ist eine gute Dämmung des Gebäudes von Vorteil. Unverzichtbar ist jedoch die Heizung – und die sollte nicht zu niedrig eingestellt sein. Eine zu geringe Raumtemperatur im Winter begünstigt die Schimmelbildung – zum einen, weil kalte Luft nicht viel Feuchtigkeit aufnehmen kann und zum anderen, weil nur in einer ausreichend beheizten Wohnung die Wände nicht auskühlen und sich somit an ihnen kein Kondenswasser absetzt.

Um die zur Schimmelvermeidung hilfreiche Beheizung möglichst sparsam sicherstellen zu können, sollte effiziente Heiztechnik eingesetzt werden. Wer zum Beispiel eine mehr als 20 Jahre Heizung hat, sollte über eine Modernisierung nachdenken. Moderne Öl-Brennwerttechnik wandelt den eingesetzten Brennstoff fast vollständig in Wärme um. Wer noch mehr tun möchte, kann zudem zusätzlich erneuerbare Energie in seine Strom- und Wärmeversorgung einbinden, etwa über eine Solaranlage. Für die Zukunft wird zudem an innovativen Brennstoffen gearbeitet, die ohne fossiles Öl auskommen. Erste Modellvorhaben dazu laufen bereits.

Alle Infos rund um das moderne Heizen gibt es auch auf www.zukunftsheizen.de.

Heizung vom Fachmann checken lassen (Oktober 2020)

HEINRITZI macht im Winter warm
Wer es auch im Winter in seinem Wohnzimmer warm haben möchte, lässt bereits vor Beginn der Heizsaison seine Anlage warten. Foto: IWO

 

Rechtzeitig vor Beginn der Heizsaison

Eines der wichtigsten Geräte im Haus ist die Heizung: Sie sorgt im Winter für warme Räume und rund ums Jahr für warmes Wasser direkt aus der Leitung. Und das zumeist völlig unbemerkt. Erst, wenn die Heizung ausfällt, wird plötzlich deutlich, was sie im Stillen leistet. Damit das so bleibt, sollte sie ab und an gewartet werden.

Dafür kommt ein Fachbetrieb ins Haus und nimmt die Anlage genau unter die Lupe. „Damit ist schon viel für eine zuverlässige Wärmeversorgung getan“, sagt Versorgungstechnikingenieur Christian Halper vom Institut für Wärme und Mobilität (IWO). Sinnvoll sei es, die Wartung regelmäßig vornehmen zu lassen. Bei dem Termin sollten alle relevanten Komponenten der Heizungsanlage überprüft und bei Bedarf auch Verschleißteile rechtzeitig ausgetauscht werden.

Heizungswartung
Bei der Heizungswartung werden die relevanten Einstellungen an der Heizung überprüft. Foto: IWO

Wartung hilft, Heizkosten zu senken

Besonders wichtig dabei: Der Fachmann kontrolliert mit Hilfe eines speziellen Messgerätes die Einstellungen des Brenners, um einen effizienten und damit kostengünstigen und emissionsarmen Betrieb der Heizung zu ermöglichen. Darüber hinaus ist es auch sinnvoll, die Druckhaltung im Heizsystem zu prüfen. Der genaue Umfang der Wartung sollte mit dem Fachhandwerker und den Vorgaben des jeweiligen Heizgeräteherstellers entsprechend abgestimmt werden.

 

Nach 20 Jahren lohnt sich oft der Austausch

„Ist die Heizung älter als 20 Jahre, lohnt sich in den meisten Fällen ein Austausch gegen ein modernes Heizsystem“, so Halper weiter. Standardtechnologie bei Ölheizgeräten sind heute Öl-Brennwertgeräte. Nach dem am 1. November in Kraft tretenden Gebäudeenergiegesetz wird die Modernisierung auch weiterhin möglich sein. Bis Ende des Jahres 2025 können Hausbesitzer ihre Heizung wie gewohnt mit effizienter Öl-Brennwerttechnik modernisieren. Auch darüber hinaus ist das möglich, wenn zum Beispiel erneuerbare Energie, etwa über eine Solaranlage, mit eingebunden wird. Bereits heute ist es in vielen Fällen attraktiv, den Einbau eines neuen Öl-Brennwertgerätes mit dem Zubau einer Photovoltaikanlage und einem Warmwasserspeicher mit integrierter Wärmepumpe zu kombinieren.

Mehr Infos unter zukunftsheizen.de.

 

Wir suchen DICH (24.08.2020)

 

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Solarthermie und Photovoltaik – gleiches Prinzip, unterschiedliche Wirkung (Juli 2020)

Viele Leute setzen Sonnenenergie und die Solaranlage auf dem Dach mit Solarstrom gleich. Das führt häufig leider dazu, dass die Möglichkeiten bei der Erweiterung einer Öl- oder Gasheizung zur Hybridheizung falsch eingeschätzt werden. Dieser Text sollte zu diesem Thema ein wenig Aufklärung bringen.

 

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Photovoltaik und Solarthermie?

Bevor wir zum Unterschied zwischen Solarthermie und Photovoltaik kommen, vorab kurz die Gemeinsamkeit: Beide Anlagen funktionieren mit Solarkollektoren, mit denen zum Beispiel auf dem Dach eines Hauses die Sonnenenergie eingefangen wird. Und jetzt kommt der Unterschied: Bei der Photovoltaik wird diese Solarenergie dazu genutzt, Strom herzustellen, während bei der Solarthermie die Energie der Sonne nicht in Strom, sondern in Wärme umgewandelt wird. Man kann auch sagen: Mit Photovoltaik wird Solarstrom erzeugt und mit Solarthermie, wie der Begriff schon sagt, Solarwärme. Bauen sich Ihre Nachbarn also eine Solaranlage aufs Dach, lässt sich daraus nicht so einfach schließen, was sie damit eigentlich bezwecken wollen. Denn bei diesen beiden Systemen handelt es sich um zwei ganz unterschiedliche Anlagen mit jeweils eigenen Vor- und Nachteilen.

Solarthermie: Solarkollektoren erhitzen eine spezielle Flüssigkeit, die über einen Wärmetauscher beispielsweise zum Heizen genutzt wird

Wie Solarthermie funktioniert und für wen diese Technologie Vorteile bietet

Die Solarkollektoren einer Solarthermie-Anlage sind ausschließlich dafür da, Wärmeenergie für die Heizung und die Warmwasserbereitung zu produzieren. Dafür absorbieren die Kollektoren die Wärme des Sonnenlichts und erhitzen damit eine spezielle Flüssigkeit. Dieses Wärmeträgermedium fließt nach der Erhitzung durch die Solarkollektoren über einen Rohrkreislauf durch einen Wärmetauscher in einen wassergefüllten Pufferspeicher im Heizraum und heizt diesen auf. Das Wasser in diesem Pufferspeicher kann schließlich zum Heizen oder als Warmwasser im Haushalt benutzt werden.

Das Gehirn der Solarthermie ist eine smarte Regelung: Sie bestimmt, wie die bis zu 90 Grad heiße Solarflüssigkeit in dem Rohrkreislauf zwischen den Solarkollektoren und dem Pufferspeicher zirkuliert.

Immer dann, wenn die Sonne nicht ausreicht, um über den Kreislauf aus Solarkollektoren und Pufferspeicher genügend Warmwasser zum Heizen oder für den Haushalt zu produzieren, springt automatisch die Öl- oder Gasheizung ein und gleicht die fehlende Wärme aus. Aus diesem Grund stellt die Solarthermie besonders für Besitzer von Öl- oder Gasheizungen einen einfachen Einstieg in die umweltfreundliche Hybridheizungstechnologie dar.

 

Wie Photovoltaik funktioniert und für wen sie am besten geeignet ist

Im Gegensatz zur Wärmeproduktion der Solarthermie erzeugt man mit Photovoltaik (kurz: PV) direkt immer Strom. Das Herz einer PV-Anlage sind sogenannte Photovoltaik-Module, in denen die Photozellen sitzen. Diese Photozellen bestehen aus zwei entgegengesetzt geladenen Halbleiterschichten und einer Grenzschicht. Treffen Sonnenstrahlen (Photonen) auf die negativ geladene Halbleiterschicht in den Photozellen, entsteht – vereinfacht ausgedrückt – eine Spannung, weil die Elektronen nun zum positiv geladenen Halbleiter wandern wollen. Sobald mit den Halbleitern ein Stromkreis geschlossen wird, beginnt tatsächlich, Strom zu fließen. Umso größer die Anzahl an Modulen ist, desto mehr Strom lässt sich mit einer Photovoltaik-Anlage erzeugen.

Produziert wird der PV-Strom immer dann, wenn ausreichend viel Licht auf die Photovoltaik-Module trifft: Je stärker die Sonne scheint, desto mehr Strom wird erzeugt. Die Herausforderung beim Betreiben der PV-Anlage besteht darin, dass der Strom nicht dann produziert wird, wenn man ihn benötigt, sondern dann, wenn die Sonne scheint. Das ist aber kein Problem: Denn jedes Haus mit einer Photovoltaik-Anlage ist an das öffentliche Stromnetz angeschlossen. In Überschussphasen wird der nicht selbst genutzte Strom aus der eigenen PV-Anlage in den allgemeinen Stromkreis eingespeist.

 

Kurz & knapp:

Für die Kombination einer Öl- oder Gasheizung zu einer umweltfreundlichen Hybridheizung mit Solarenergie gibt es zwei grundsätzliche Optionen: die Photovoltaik oder die Solarthermie.

Während man den selbst erzeugten Strom einer PV-Anlage sehr flexibel einsetzen kann – im eigenen Haushalt zum Betrieb der Elektrogeräte inklusive der Warmwasserbereitung oder zum Verkauf ins öffentliche Stromnetz – dient die Solarthermie ausschließlich zur Unterstützung der Heizung für das Brauchwasser und das Gebäude.

Beide Systeme werden staatlich gefördert: Während für die PV-Anlage eine  Einspeisevergütung bezahlt wird, wird zum Beispiel der Einbau einer Solarthermie-Anlage – sofern die Bedingungen für die Förderung stimmen – mit 30 Prozent der Investitionskosten unterstützt. Mehr Infos unter zukunftsheizen.de.

 

Quelle: https://meinwohn.blog/

Vorteile CO2-armer Brennstoffe auch im Wärmemarkt nutzen (18.06.2020)

Gebäudeenergiegesetz vom Bundestag beschlossen

Nach einem langen Anlauf hat der Bundestag heute das Gebäudeenergiegesetz (GEG) verabschiedet. Auch der Einsatz synthetischer Energieträger im Wärmemarkt rückt damit ein Stück näher. Adrian Willig, Geschäftsführer des Instituts für Wärme und Oeltechnik (IWO), sieht darin eine positive Entwicklung.

IWO-Geschäftsführer Adrian Willig. Foto: IWO
IWO-Geschäftsführer Adrian Willig. Foto: IWO

 

„Es ist gut, dass der Bundestag heute, nach einem sehr langen parlamentarischen Verfahren, endlich das GEG beschlossen hat. Die ersten Schritte in Richtung einer Anerkennung synthetischer flüssiger Energieträger sind hervorzuheben und ausgesprochen begrüßenswert“, so Willig. Der Einsatz synthetischer flüssiger und gasförmiger Brennstoffe wird mit dem Inkrafttreten des GEG über eine Innovationsklausel bei der Erfüllung von Zusatzanforderungen ermöglicht.

Darüber hinaus enthält das GEG den Auftrag an die Bundesregierung, bis zur nächsten Gesetzesnovelle im Jahr 2023 zu prüfen, wie synthetische flüssige und gasförmige Brennstoffe im Neubau und im Bestand zur Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen Berücksichtigung finden können. „Das ist ein wichtiger Schritt nach vorn. Denn durch mehr Effizienz, den Einbau von Hybridtechnik und den Einsatz zunehmend CO2-ärmerer Brennstoffe, können auch Gebäude mit einer Ölheizung die Klimaziele erreichen. Das zeigen bereits heute etliche Modellobjekte des IWO“, erklärt Willig.

IWO, 2020

„clean fuels for all“ (18.06.2020)

Europäische Mineralölindustrie stellt Weg zur Klimaneutralität im Verkehr bis 2050 vor

Um im Verkehrssektor der EU bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen, sind massive Investitionen in CO2-arme flüssige Kraftstoffe notwendig. Einen entsprechenden Plan mit dem Namen „clean fuels for all“ hat heute der Verband der europäischen Mineralölwirtschaft, FuelsEurope, in Brüssel vorgestellt. Der Plan ist unter anderem mit Unterstützung des Mineralölwirtschaftsverbandes entwickelt worden und zeigt auf, dass bereits bis 2035 die CO2-Emissionen im Verkehrssektor durch CO2-arme flüssige Kraftstoffe in Europa um bis zu 100 Millionen Tonnen CO2 gesenkt werden können.
John Cooper, Geschäftsführer von FuelsEurope: „Wir sind uns bewusst, dass es für die Mineralölindustrie kein Zurück zu einem ‚business as usual‘ mehr geben wird. Klar ist aber auch: Ohne klimafreundliche Kraftstoffe sind die ehrgeizigen EU-Ziele nicht zu schaffen. Wir wollen es dem europäischen Transportsektor daher ermöglichen, durch den Hochlauf CO2-armer flüssiger Kraftstoffe mittel- bis langfristig klimaneutral zu werden. Weil dafür der politischen Rahmen entsprechend ausgestaltet sein muss, treten wir jetzt in den Dialog mit den Entscheidungsträgern auf europäischer Ebene und – mit Unterstützung unserer nationalen Verbände – auf Ebene der EU-Mitgliedstaaten. Auch die Kunden unserer Branche wollen wir europaweit auf das anbrechende Zeitalter der Klimaneutralität vorbereiten.“

Erneuerbare Kraftstoffe ersetzen fossile Energieträger

CO2-arme, flüssige Kraftstoffe sind nachhaltige Energieträger aus nicht-erdölhaltigen Quellen wie fortschrittliche Biokraftstoffe und ökostrombasierte synthetische Kraftstoffe. Ihre Herstellung und Nutzung beruht auf weitgehend geschlossenen Kohlenstoffkreisläufen. Mit herkömmlichen Kraftstoffen kombiniert, können sie fossile Energieträger zunehmend ersetzen. Im Flug-, Schiff-, und in großen Teilen des Schwerlastverkehrs gibt es zu diesen erneuerbaren Kraftstoffen gegenwärtig keine gleichwertigen technologischen Alternativen, um die CO2-Emissionen zu senken. Und auch im Pkw-Verkehr ebenso wie im Gebäudebereich werden CO2-arme flüssige Kraft- und Brennstoffe langfristig neben der direkten Elektrifizierung benötigt, da keine Technologie die Defossilisierung allein bewältigen kann.

E-Fuels für den Klimaschutz
Erneuerbare Kraft- und Brennstoffe, wie zum Beispiel E-Fuels können einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Grafik: IWO

 

Prof. Dr.-Ing. Christian Küchen, Hauptgeschäftsführer des Mineralölwirtschaftsverbandes MWV, Berlin: „Ohne geeignete politische Rahmenbedingungen werden die erforderlichen Milliarden-Investitionen nicht getätigt werden können. Wir sind bereit, gemeinsam mit Politik und Gesellschaft konkrete Vorschläge zu erarbeiten, wie diese aussehen können. Wir setzen dabei vor allem auf marktwirtschaftliche Elemente wie eine CO2-Bepreisung und weniger auf planwirtschaftliche Ansätze, die den Wasserstoff oder andere CO2-arme Produkte bestimmten Anwendungen zuteilen. Eine Schlüsselrolle wird dabei dem Straßenverkehr zukommen, da hier bei Anpassung bestehender Instrumente wie der Energiesteuer und der CO2-Regulierung für Pkw und Lkw schnell vergleichsweise hohe CO2-Preise erreicht werden können, ohne die Bürger deutlich höher zu belasten. Dies spiegelt sich in der von der Bundesregierung vorgelegten Wasserstoffstrategie nicht ausreichend wider.“

Adrian Willig, Geschäftsführer des Instituts für Wärme und Oeltechnik (IWO), Hamburg: „Selbst wenn wir bis 2030 zehn Mio. batterieelektrische Fahrzeuge in Deutschland haben sollten, werden dann voraussichtlich noch mehr als 35 Mio. herkömmliche Pkw auf den Straßen unterwegs sein. Um die Klimaziele zu erreichen, benötigen wir also auch Lösungen für den Bestand. Dies gilt auch für die 5,4 Mio. ölbeheizten Gebäude in Deutschland. Neben Effizienzsteigerungen und dem Ausbau der inländischen Ökostrom-Erzeugung sind CO2-arme Fuels eine vielversprechende Säule für eine zukünftige bezahlbare Energieversorgung. Es gibt dazu bereits viele Projekte von Raffinerien und weiteren Unternehmen unserer Branche. Für einen Markthochlauf alternativer Kraft- und Brennstoffe im großen Maßstab bedarf es jetzt verlässlicher Rahmenbedingungen.“

Startpunkt für die Entwicklung neuer Technologien

„In den vergangen drei Jahren haben wir sehr intensiv mit unseren Mitgliedsunternehmen an dem Plan zu CO2-armen, flüssigen Kraftstoffen zusammengearbeitet“, führte Cooper weiter aus. Damit diese in substanziellen Mengen europaweist angeboten werden können, sei der Einsatz zahlreicher unterschiedlicher Technologien erforderlich, die in den nächsten Jahren hochskaliert werden müssen. Damit könnten bereits im Jahr 2035 die CO2-Emissionen im Verkehr in Europa um bis zu 100 Mio. Tonnen CO2 p.a. gesenkt werden.

Zur schnellen Schaffung eines entsprechenden Marktes bietet sich aus Sicht der europäischen wie der deutschen Mineralölwirtschaft vor allem der Straßenverkehr an. Von diesem Hochlauf würden nachfolgend auch andere Sektoren und Einsatzbereiche wie die Schiff- und Luftfahrt profitieren. Für einen substanziellen Hochlauf in diesen Bereichen sind belastbare globale Abkommen erforderlich, damit deutsche und europäische Unternehmen nicht einseitig erhebliche Mehrkosten mit entsprechenden Nachteilen für ihre Wettbewerbsfähigkeit zu tragen haben.

Europa könnte bis zu 150 Mio. Tonnen CO2-armer Kraftstoffe pro Jahr herstellen

Berechnungen der wissenschaftlichen Gesellschaft der europäischen Mineralölindustrie Concawe für das Jahr 2030 zeigen, dass neue Anlagen bis zu 30 Mio. Tonnen CO2-arme Kraft- und Brennstoffe p.a. produzieren können, bei Investitionskosten in Höhe von schätzungsweise 30 bis 40 Mrd. Euro. Je nach Szenario und Technologiekostenentwicklung könnten bis 2050 etwa 90 bis 150 Mio. Tonnen Kraftstoffe p.a. bei Gesamtinvestitionen zwischen 400 und 650 Mrd. Euro in Europa produziert werden. Darüber hinaus werden zusätzliche Importe von E-Fuels oder entsprechender Zwischenprodukte aus Regionen außerhalb Europas eine wichtige Rolle spielen.

John Cooper abschließend: „Wir schlagen jetzt ein spannendes neues Kapitel auf. Der von uns vorgeschlagene Weg ist ehrgeizig, aber in Zusammenarbeit mit der Politik, unseren Kunden und gesellschaftlichen Gruppen erreichbar. Die neuen, klimaschonenden Technologien sind sehr kapitalintensiv, ihre Entwicklung erfordert Investitionssicherheit sowie eine politische Vision. Für die Seite der Kraftstoffindustrie sind wir bereit, die Führungsrolle zu übernehmen.“

Quelle: IWO, 2020

Menschen im ländlichen Raum droht Diskriminierung (26.05.2020)

Klimaschutz im Gebäudebereich: Studie im Auftrag des BMU

IWO-Geschäftsführer Adrian Willig. Foto: IWO
IWO-Geschäftsführer Adrian Willig. Foto: IWO

 

Eine am 25. Mai vorgestellte Studie im Auftrag des Bundesumweltministeriums befasst sich mit der Konjunktur- und Klimapolitik in und nach der Corona-Krise. Die darin zum Gebäudebereich enthaltenen Vorschläge würden den im vergangenen Herbst vom Klimakabinett beschlossenen Kompromiss aufkündigen. „Die Studie ‚Sozial-ökologisch ausgerichtete Konjunkturpolitik in und nach der Corona-Krise‘ enthält Empfehlungen, die nicht nur den Ansatz der Technologieoffenheit metertief begraben sollen, sondern vor allem auch realitätsfremd sind und ungerecht wären“, kritisiert Adrian Willig, Geschäftsführer des Instituts für Wärme und Oeltechnik (IWO). „Während sich viele Menschen aktuell Sorgen um ihre berufliche und finanzielle Zukunft machen, werden in diesem Papier Forderungen erhoben, die Millionen Hauseigentümer im ländlichen Raum diskriminieren würden.“

Die Studie schlägt unter anderem vor, den bisherigen Entwurf für das Gebäudeenergiegesetz zu verschärfen und fordert einen Ausstiegspfad für Ölheizungen. „So werden viele Menschen weiter verunsichert. Statt Ausstiegspfade benötigen wir vielmehr Einstiegspfade für die Verwendung CO2-reduzierter Brennstoffe. So könnten auch heute ölbeheizte Gebäude die Klimaziele schrittweise erreichen – und dies oftmals zu geringeren Kosten“, erklärt Willig. Denn keineswegs jedes Gebäude lasse sich ohne weiteres sofort auf eine rein erneuerbare Wärmeversorgung umstellen.

Auch ölbeheizte Gebäude haben eine klimaneutrale Perspektive. Grafik: IWO
Auch ölbeheizte Gebäude haben eine klimaneutrale Perspektive. Grafik: IWO

 

„Geht es nach der BMU-Studie sollen jedoch selbst Eigentümer, die erneuerbare Energien in eine Öl-Hybridheizung einkoppeln wollen, bei der Fördermittelvergabe künftig leer ausgehen“, berichtet Willig. „Dass der Einbau einer Solarthermie-Anlage nicht mehr, wie derzeit, gefördert werden soll, ist völlig unverständlich. Wichtig ist die konkrete Treibhausgaseinsparung. Wer offenbar meint, zwischen ‚guter‘ und ‚schlechter‘ CO2-Reduktion unterscheiden zu müssen, handelt ideologisch, und nicht im Sinne einer nachhaltigen Klimaschutzpolitik.“ Es bestehe die Gefahr, dass Hauseigentümer angesichts solcher Vorschläge eher in Attentismus verharren, als in eine energetische Modernisierung zu investieren.

„Der vom Klimakabinett ausgehandelte Kompromiss und die gerade erst zu Jahresbeginn gestarteten Förderprogramme sollten erst einmal ihre Wirkung entfalten können“, betont Willig. „Die Politik wäre gut beraten, den Menschen beim Klimaschutz im Gebäudesektor zudem vielfältige Erfüllungsoptionen zu ermöglichen. Dazu sollten auch die Kombination von Öl-Brennwertheizungen mit zusätzlichen erneuerbaren Energien in Form eines Hybridsystems sowie der Einsatz CO2-reduzierten Heizöls gehören.“

Quelle: IWO, 2020

Flüssige Energieträger für die Zukunft (14.04.2020)

Flüssige Energieträger haben viele Vorteile: Sie sind gut speicherbar und leicht zu transportieren, sie haben eine hohe Energiedichte und für ihren Einsatz gibt es bereits eine hervorragende Infrastruktur. Um diese Vorteile auch langfristig in der Energieversorgung nutzen zu können, wird an der Herstellung treibhausgasreduzierter flüssiger Kraft- und Brennstoffe geforscht. Wer also mit einer effizienten Öl-Brennwertheizung sein Eigenheim erwärmt, könnte zukünftig auf einen klimafreundlichen Brennstoff setzen. Denn die neuen Fuels sollen auch in heute aktueller Technik einsetzbar sein.

Das erhöht die Chance auf eine breite Akzeptanz der Energiewende: Klimaschutz wird möglich, ohne überall Versorgungswege und Anwendungstechnik kostenintensiv umbauen zu müssen. An Biokraftstoffen wird bereits seit langem geforscht. Aus Feldfrüchten wie Raps, Mais oder Zuckerrohr wurden die sogenannten Biokraftstoffe der ersten Generation gewonnen. Sie werden heute als E10 – also Benzin, dem Ethanol beigemischt ist – oder als Biodiesel, einer Mischung aus konventionellem Diesel und beispielsweise Rapsöl-Methylester, getankt. Doch die sogenannte Tank-Teller-Diskussion führte zu einem Umdenken. In der Fortschreibung der europäischen Erneuerbare-Energien-Richtlinie werden daher Biokraftstoffe der zweiten Generation aus Rest- und Abfallstoffen ohne Konkurrenz zu Nahrungsmitteln oder deren Produktionsflächen klar bevorzugt.

Die Herstellung regenerativer flüssiger Energieträger auf Basis von Biomasse läuft unter dem englischen Begriff „Biomass-to-Liquid“ (BtL): Brennstoffe werden zunehmend aus Abfällen und Reststoffen zum Beispiel aus landwirtschaftlichen Pflanzenresten, Stroh oder forstwirtschaftlichem Restholz hergestellt. Auch an der Herstellung von Benzin und Diesel aus Altpapier oder sogar aus Klärschlamm wird geforscht. Die Verwendung dieser Sekundärrohstoffe ist besonders klimaschonend. Derzeit laufen in diesem Bereich zahlreiche Forschungsprojekte und es gibt auch bereits erste Pilot- und Demonstrationsanlagen. Eine andere regenerative Rohstoffbasis sind Algen: Dass Algen zur Herstellung von Biokraftstoffen verwendet werden können, die in ihrer Zusammensetzung den heute im Verkehrssektor eingesetzten Kraftstoffen ähneln, ist bereits erwiesen. Nun arbeiten Forschung und Entwicklung an wirtschaftlichen Produktionsprozessen. Wenn das gelingt, ist das ein weiterer Schritt auf dem Weg in eine treibhausgasneutrale Zukunft mit flüssigen Energien.

E-Fuels

Zur Herstellung alternativer Brenn- und Kraftstoffe gibt es also verschiedene „Pfade“. Grundsätzlich geht es dabei um die Herstellung alternativer flüssiger Kohlenwasserstoffe aus unterschiedlichen regenerativen Quellen, die fossiles Öl oder auch Gas zunehmend ersetzen. Aufgrund des absehbar großen Bedarfs werden langfristig dafür auch synthetische Energieträger aus regenerativ erzeugtem Wasserstoff und CO2 als Kohlenstoffquelle benötigt – die E-Fuels. Zu deren Herstellung wird Wasser mittels Elektrolyse in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten. Der Wasserstoff kann dann durch Zugabe von CO2 zu „künstlichem“ Benzin, Diesel, Kerosin, Heizöl oder Gas weiterverarbeitet werden. Wenn der dabei eingesetzte Strom aus regenerativen Quellen stammt und der Kohlenstoffkreislauf geschlossen ist, sind diese Kraftstoffe weitestgehend klimaneutral. Durch die gute Speicher- und Transportierbarkeit flüssiger Energieträger könnten E-Fuels vor allem überall dort produziert werden, wo besonders günstige Bedingungen herrschen, also viel Sonne und stetige Winde. Daraus ergeben sich attraktive Perspektiven für viele Regionen, insbesondere auch für Länder, die heute noch stark vom Export fossiler Rohstoffe abhängig sind. Studien zeigen, dass das große Vorteile für alle mit sich brächte.

(Text und Bild: IWO)

Vom Heizöltank zum Speicher für die Erneuerbaren (05.03.2020)

Die alternativen treibhausgasreduzierten Brennstoffe können auch in modernen Öl-Brennwertheizungen eingesetzt und je nach Verfügbarkeit dem klassischen Heizöl beigemischt werden und es so nach und nach ersetzen. Foto: IWO

Das eigene Energielager im Haus

Speicherprobleme sind nicht nur beim Smartphone ein leidiges Thema. Auch bei der Energiewende stellt sich die Frage nach den Kapazitäten. Denn, wenn Wind oder Sonne Pause machen, braucht es Energievorräte, um keine Versorgungslücken entstehen zu lassen. In einem Ein- oder Zweifamilienhaus kann ein Heizöltank diese Funktion erfüllen. In einer Hybridheizung punktet schon heute zum Beispiel die Kombination aus einer Öl-Brennwertheizung und einer Solarthermie- oder einer Photovoltaik-Anlage. Und im Tank lagert zukünftig ein Brennstoff mit zunehmend verbesserter CO2-Bilanz.

Mit einem ökologisch verantwortungsvollen Umgang mit Energie und einem Maximum an Versorgungssicherheit ist die Energiewende auch im eigenen Haushalt zu schaffen. In diesem Zusammenhang oft unterschätzt: Heizöltanks. Die Technologie moderner Sicherheitstanksysteme ermöglicht äußerst platzsparende Konstruktionen. Dank ihrer modularen Bauweise lassen sie sich zudem sehr genau an die räumlichen Gegebenheiten anpassen. Da eine moderne Öl-Brennwertheizung viel weniger Energie verbraucht als ein alter Heizkessel, können die Behälter im Zuge einer Modernisierung auch viel kleiner bemessen werden. Sie können sogar im Hauswirtschaftsraum Platz finden. Und das, ohne den typischen Heizölgeruch zu verströmen: Sie sind absolut dicht und benötigen dank integrierter Sicherheitsbarriere wie eine Doppelwand keine zusätzliche Auffangwanne mehr.

Wenn der Inhalt „grün“ wird: Der Öltank wird zum regenerativen Energiespeicher. Dafür soll der Einsatz treibhausgasreduzierter Brennstoffe sorgen. Biomassebasierte Produkte ohne Nutzungskonkurrenz zu Agrarflächen oder Nahrungsmitteln und synthetische Brennstoffe könnten zukünftig in den Heizöltanks lagern. Foto: IWO

 

Solarenergie und „grünes“ Öl: Heizen wird klimaneutral

Aber was ist denn nun der Vorteil eines Heizöltanks? Ganz einfach: Er bietet als moderner Energiespeicher einen sehr einfachen Einstieg in eine ökologische Versorgung der eigenen vier Wände mit Heizenergie und Warmwasser. Besonders dann, wenn eine Öl-Brennwertheizung und Solarkollektoren auf dem Dach zu einer Hybridheizung kombiniert werden. In diesem Fall gibt es an 365 Tagen im Jahr die optimale Versorgung mit Wärmeenergie, die je nach Jahreszeit die Sonne anzapft oder aus dem Heizöltank gewonnen wird. In der Praxis funktioniert das so: Im Sommer, wenn nicht geheizt wird, erzeugen die Solarkollektoren auf dem Dach warmes Wasser für Bad und Küche. In Herbst und Frühling, wenn die Ausbeute der Energie aus der Sonne zurückgeht, teilen sich die kostenlose Sonnenenergie und der Heizöltank als Energiespeicher die Erzeugung von Wärme und Warmwasser. Und im Winter, wenn die Sonne als direkter Energiespender wenig liefert, wird der Tank zum verlässlichen Speicher für die Versorgung des Haushalts mit warmem Wasser und Heizwärme.

Der Öltank bietet als moderner Energiespeicher einen sehr einfachen Einstieg in eine ökologische Versorgung der eigenen vier Wände mit Heizenergie und Warmwasser. Besonders dann, wenn eine Öl-Brennwertheizung mit einer erneuerbaren Energie zu einer Hybridheizung kombiniert wurde. Foto: IWO

 

„Grüne Perspektive“ für die Ölheizung

Zukünftig können zusätzlich zur Solarenergie vom eigenen Dach noch höhere CO2-Einsparungen möglich sein. Denn der Heizöltank wird zum Speicher für regenerative Energie. Dafür soll der Einsatz treibhausgasreduzierter Brennstoffe sorgen. Das sind biomassebasierte Produkte, die beispielsweise aus regenerativen Abfall- und Reststoffen gewonnen werden und deren Herstellung ohne Nutzungskonkurrenz zu Agrarflächen oder Nahrungsmitteln auskommt. Zusätzlich werden derzeit synthetische Energieträger, die sogenannten E-Fuels, entwickelt und erprobt, die aus „grünem Strom“, Wasser und aus der Luft gewonnenem CO2 hergestellt werden.

Der Einsatz dieser alternativen Brennstoffe wird auch in modernen Öl-Brennwertheizungen möglich sein und kann, je nach Verfügbarkeit, dem klassischen Heizöl beigemischt werden und es so nach und nach ersetzen. Häuser mit guter Wärmedämmung, die bereits heute die flüssigen synthetischen Energieträger in modernen Heizungen testen, haben CO2-Einsparungen von 80 bis fast 90 Prozent. Und erreichen damit schon heute das Klimaziel von 2050.

Flüssige Brennstoffe für reduzierte CO2-Emisionen im Gebäudesektor (03. März 2020)

Auch ölbeheizte Gebäude können die Klimaziele erreichen: Durch mehr Effizienz, die Einbindung erneuerbarer Energien und den Einsatz CO2-reduzierter Brennstoffe. Um zu zeigen, was künftig möglich sein wird, betreibt das Institut für Wärme und Oeltechnik (IWO) bereits heute zahlreiche Modellvorhaben, in denen treibhausgasreduzierte flüssige Brennstoffe in unterschiedlichen Anteilen mit klassischem Heizöl kombiniert werden. Seit Januar nimmt nun die Schornsteinfegerakademie in Dülmen an diesem Projekt teil.

Im Rahmen des Modellvorhabens wurde die Tankanlage vor Ort mit einer Mischung aus 67 Prozent Premiumheizöl und 33 Prozent treibhausgasreduziertem Brennstoff befüllt. Dieser wird vorwiegend durch die Hydrierung von Reststoffen biogenen Ursprungs, insbesondere Altspeisefetten, hergestellt. Er gehört damit zu den fortschrittlichen Biobrennstoffen, die nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion stehen. Daraus ergibt sich gegenüber klassischem Heizöl eine Kombination mit insgesamt mindestens 20 Prozent weniger CO2-Emissionen. Zudem wurde ein neuer Öl-Brennwertkessel Logano plus GB125 von Buderus installiert, der den eingesetzten Brennstoff nahezu vollständig in Wärme umwandelt und bei der Raumheizung im Gebäudesektor den Energieverbrauch und damit auch die CO2-Emissionen gegenüber einer Altkesselanlage nochmals um bis zu 25 Prozent reduziert. In Verbindung mit erneuerbaren Energien sind auch CO2-Einsparungen von bis zu 40 Prozent möglich. Beimischung und Auslieferung des treibhausgasreduzierten Brennstoffs erfolgten durch den regionalen Mineralölhandel, der darin einen wichtigen Beitrag für die Zukunftsfähigkeit des Heizöls sieht. Das Projekt soll bis zur Auswertung über eine gesamte Heizperiode hinweg laufen.

Zukunftsfähige Technik

„Für einen erfolgreichen Klimaschutz ist es wichtig, auf einen breiten Technologie- und Energieträgermix zu setzen. Neben der direkten Nutzung von erneuerbarem Strom sind flüssige Brenn- und Kraftstoffe, die künftig zunehmend ‚grün‘ werden, für eine weitgehend treibhausgasneutrale Energieversorgung unverzichtbar. Zugleich ist es jedoch auch nötig, mit Energie effizienter umzugehen“, erklärt IWO-Geschäftsführer Adrian Willig. „Öl-Brennwertkessel liefern seit Jahren einen wichtigen Beitrag zur Energie- und CO2-Einsparung. Öl-Brennwert-Hybridsysteme erlauben darüber hinaus weitere Reduzierungen“, so Birgit Weber, Niederlassungsleitung Münster Osnabrück, Bosch Thermotechnik GmbH – Buderus. „Wir begrüßen die Aktivitäten der Mineralölwirtschaft und des IWO bezüglich treibhausgasreduzierter flüssiger Energieträger im Rahmen dieser Pilotanlage. Ein brennstoffseitiger Beitrag ist essenziell, um die Ziele des Klimaschutzprogrammes 2030 beziehungsweise 2050 zu erreichen. Flüssige Brennstoffe sind insbesondere dort einzusetzen, wo Systemlösungen ausschließlich mit erneuerbaren Energien nicht möglich sind.“ Das unterstreicht auch Bernd Vollmer, Leiter der Schornsteinfegerakademie Dülmen: „Erneuerbare Brennstoffe sind nötig, um die Klimaziele zu erreichen. Sie in effizienten Heizungen zu verwenden, ist dabei der beste Weg. Durch den Einsatz vor Ort haben wir in Dülmen nun einen Brennstoff, der die Zukunftsfähigkeit der Technik anschaulich macht, gerade auch für Schulungszwecke“.

 

Schornsteinfeger-Akademie beteiligt sich an IWO-Modellvorhaben
Treibhausgasreduzierter Brennstoff für zukunftsfähige Technik (von links): Horst Fischer, Technischer Referent, IWO; Bernd Vollmer, Akademieleiter, Schornsteinfeger Akademie Dülmen; Dennis Bense, Servicetechniker, Bosch Thermotechnik GmbH – Buderus; Birgit Weber, Niederlassungsleitung Münster Osnabrück, Bosch Thermotechnik GmbH – Buderus sowie Stefan Goddemeier, Verkaufsaußendienst, Bosch Thermotechnik GmbH – Buderus, in Dülmen. Foto: IWO

Stipendium für australisch-deutschen Schüleraustausch (20. Februar 2020)

Auch in diesem Jahr unterstützt die Franz X. Heinritzi & Söhne GmbH – HEINRITZI Wärme & Energie – aus Bruckmühl den australisch-deutschen Schüleraustausch der Wirtschaftsschule Alpenland mit einem Stipendium. Damit ist der Schüleraustausch kein exklusives Programm für finanzstarke Familien.

Scheckübergabe Australien-StipendiumBild: Bei der Scheckübergabe (v.l.n.r.): Martin Lehrer (Organisation Schüleraustausch), Schulleiter Randolf John, Stipendiatin Celina Feger (9 a), Sponsor Johannes Heinritzi sowie Hildegard Vodermaier (Organisation Schüleraustausch)

Geschäftsführer Johannes Heinritzi freute sich, persönlich den Scheck in Höhe von 2.000 € übergeben zu können. „Ich bin schon sehr gespannt auf die Menschen und die Natur in Australien. Außerdem werde ich sicher mein Englisch verbessern. Ich bin sehr dankbar, dass mir diese Chance eröffnet wurde.“, so die glückliche Schülerin Celina Feger aus der Klasse 9 a, die im Bewerbungsverfahren mit ihren sozialen und personalen Kompetenzen überzeugte. Die begleitenden Lehrkräfte des diesjährigen Austauschprogrammes, Hildegard Vodermaier und Martin Lehrer, sowie Schulleiter Randolf John sind sehr darüber erfreut, dass somit alle Bewerberinnen und Bewerber eine Chance haben, am Austauschprogramm teilzunehmen.

Wer mit einer Ölheizung sein Gebäude beheizt, muss sich mit dem neuen Jahr auf keine Veränderungen einstellen: es darf ganz normal geheizt, getankt und modernisiert werden. Foto: IWO

Mit dem Jahresbeginn ändern sich einige Vorschriften (23. Januar 2020)

Neues Jahr, neue Regelungen: In vielen Bereichen des täglichen Lebens gelten in diesem Jahr neue Vorschriften. Das Institut für Wärme und Oeltechnik (IWO) hat ein paar davon zusammengefasst.

Für Ölheizer ändert sich nichts

In diesem Jahr wird sich mit dem Klimapaket der Bundesregierung für Hauseigentümer – mal abgesehen von neuen Förderbedingungen – nichts weiter verändern. Erst im kommenden Jahr soll sich die CO2-Steuer auf die Preise für fossile Kraft- und Brennstoffe wie z. B. Heizöl und Erdgas auswirken. Für Ölheizer ändert sich damit im kommenden Jahr nichts. Sie dürfen ihre Ölheizung ganz normal weiter betreiben – das übrigens auch über das Jahr 2026 hinaus, können ihren Energievorrat auffüllen und bei Bedarf auf eine effiziente Öl-Brennwertheizung modernisieren. Und auch das wird nach 2026 unter bestimmten Voraussetzungen weiterhin möglich sein. Infos dazu gibt es auf www.zukunftsheizen.de.

Austauschpflicht für 30 Jahre alte Heizkessel

Läuft der Heizkessel 30 Jahre, muss er unter bestimmten Bedingungen ausgetauscht werden. So schreibt es die Energieeinsparverordnung (EnEV) vor. Nun trifft es Heizkessel mit Baujahr vor 1990. Auskunft über das Kesselbaujahr gibt das Typenschild auf dem Heizgerät, das Schornsteinfegerprotokoll oder die Rechnung der Anlage. Doch nicht für alle Heizkessel ist nach 30 Betriebsjahren zwingend Schluss: Heizgeräte mit Niedertemperatur- oder Brennwerttechnik dürfen weiter betrieben werden. Auch wer sein Haus mit weniger als drei Wohneinheiten seit spätestens 1. Februar 2002 selbst bewohnt, ist auch von der Austauschpflicht ausgenommen. Aber auch unabhängig von der gesetzlichen Verpflichtung zur Erneuerung der Heizung ist es in vielen Fällen sinnvoll, eine Modernisierung in Erwägung zu ziehen.

Langzeitvergleich: Heizöl günstiger als Erdgas (20. Januar 2020)

2019 stiegen die Energiekosten für viele Haushalte in Deutschland – ölbeheizte Gebäude waren im Vergleich zum Vorjahr dagegen günstiger dran. Während Erdgaskunden tiefer in die Tasche greifen und im Schnitt rund sechs Prozent höhere Gaspreise im Vergleich zum Vorjahr zahlen mussten, sanken die Kosten für Heizöl um fast zwei Prozent.

Wer in den vergangenen vier Jahren jeweils 3.000 Liter Heizöl verbrauchte, um damit sein Haus zu erwärmen, zahlte dafür durchschnittlich rund 1.850 Euro pro Jahr. Für eine vergleichbare Menge Erdgas wurden jährlich etwa 2.050 Euro fällig, bei Fernwärme waren es für die entsprechende Energiemenge fast 2.400 Euro. Das zeigt eine Auswertung des Instituts für Wärme und Oeltechnik auf Grundlage von Daten der Fachzeitschrift „Brennstoffspiegel“. Heizöl ist damit auch im Langzeitvergleich günstiger als Erdgas und Fernwärme, auch, wenn der Ölpreis in den vergangenen vier Jahren insgesamt leicht angestiegen ist.


Gegen steigende Heizkosten können Mieter und Hausbesitzer oft nur wenig unternehmen. Eine Variante ist, die Räume weniger zu erwärmen und dafür einen Pullover mehr anzuziehen. Gemütlich ist das oft aber nicht und in den meisten Fällen werden die Räume so beheizt, dass ein oder zwei Grad weniger auch gleich unangenehm auffallen. Da ist eine Heizungsmodernisierung oft eine gute Lösung: Wer auf effiziente Technik setzt, kann seine Kosten langfristig senken, weil für die gleiche Raumtemperatur einfach weniger Energie verbraucht wird.

Für ölbeheizte Gebäude steht mit Öl-Brennwertgeräten eine effiziente Technik zur Verfügung. Bei der Modernisierung wird im Vergleich zu älteren Ölheizungen spürbar weniger Heizöl verbraucht. Für die Zukunft sind die Anlagen dann ebenfalls gerüstet: Sowohl die Kombination mit erneuerbaren Energien wie Solaranlagen als auch der Einsatz treibhausgasreduzierter Energieträger ist mit den Öl-Brennwertheizungen einfach möglich. Der zusätzliche Einbau einer Solarthermieanlage wird zudem seit Jahresbeginn vom Staat mit einem Investitionskostenzuschuss von 30 Prozent gefördert.
In diesem Jahr wird sich mit dem Klimapaket der Bundesregierung für Hauseigentümer – mal abgesehen von neuen Förderbedingungen – nichts weiter verändern. Erst im kommenden Jahr soll sich die CO2-Steuer auf die Preise für fossile Kraft- und Brennstoffe wie z. B. Heizöl und Erdgas auswirken. Für Ölheizer ändert sich damit im kommenden Jahr nichts. Sie dürfen ihre Ölheizung ganz normal weiter betreiben – das übrigens auch über das Jahr 2026 hinaus. können ihren Energievorrat auffüllen und bei Bedarf auf eine effiziente Öl-Brennwertheizung modernisieren. Und auch das wird nach 2026 unter bestimmten Voraussetzungen weiterhin möglich sein.

Quelle: IWO, HEINRITZI Wärme & Energie

Öffnungszeiten Jahreswechsel

Clever kombiniert (26. November 2019)

Hybridheizungen, die eine Öl-Brennwertheizung mit Photovoltaik (PV) kombinieren, sind voll im Trend. Die PV-Anlage erzeugt auf dem eigenen Dach Sonnenstrom, der dann für gewöhnlich im Haushalt genutzt wird. Der Solarstrom, der daheim nicht benötigt wird, wird bei den meisten PV-Anlagenbetreibern zurzeit ins Stromnetz eingespeist. Hybridsysteme können diesen Strom aber stattdessen intelligent in die Wärmeversorgung einbinden.

Denn die Grundidee eines Öl-Photovoltaik-Systems besteht darin, den selbst erzeugten PV-Strom immer dann zur Warmwasserbereitung einzusetzen, wenn er anderweitig nicht beziehungsweise nicht sinnvoll genutzt werden kann. Die Ölheizung eignet sich als Partner besonders gut, da dank der Energiereserve im eigenen Tank auch längere Phasen mit geringem Stromangebot problemlos überbrückt werden können.

25. November 2019

Klimaschutzprogramm

Klimaschutzprogramm der Bundesregierung – was nun? (24. September 2019)

Aufgrund der Beschlüsse des Klimakabinetts jagt eine Schlagzeile die nächste. Wer mit Öl heizt, fühlt sich da schnell verunsichert. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Was bedeutet das Klimaschutzprogramm für Ölheizungen?

Die am 20. September vom Klimakabinett beschlossenen Eckpunkte für ein Klimaschutzprogramm sind noch keine verbindlichen Regelungen. Viele der Maßnahmenvorschläge müssen noch in ein Gesetzgebungsverfahren. Hier ist die Zustimmung des Bundestags und zum Teil des Bundesrats notwendig. Es ist denkbar, dass im Laufe der Gesetzgebungsverfahren noch Änderungen an einzelnen Inhalten vorgenommen werden. Bis Ende 2025 können Sie als Hauseigentümer wie bisher bei der Heizungsmodernisierung ein Öl-Brennwertgerät einbauen. Ab 2026 sollen Ölheizungen nur noch im Rahmen von Hybridlösungen eingebaut werden dürfen, zum Beispiel als Kombination eines Brennwertgerätes mit einer Solaranlage.

Dürfen Ölheizungen weiterhin betrieben werden?

Ja, bestehende Ölheizungen können weiter betrieben werden – auch über das Jahr 2026 hinaus.
Was muss ich jetzt machen? Es besteht kein Handlungsdruck. Haben Sie aktuell eine Heizungsmodernisierung mit Öl-Brennwerttechnik geplant, können Sie diese weiterhin umsetzen. Bis Ende des Jahres können Sie sich über die Aktion „Besser flüssig bleiben“ noch kostenlos die maximale staatliche Förderung sichern. Wichtig: Die Fördergelder müssen beantragt werden, bevor die Heizungsmodernisierung startet.

Darf ich künftig noch eine neue Ölheizung einbauen?

Ja, das dürfen Sie. Bis Ende 2025 können Sie Ihren alten Ölkessel ganz einfach gegen ein neues Öl-Brennwertgerät austauschen. Eine solche Modernisierung lohnt sich weiterhin, da ein effizientes Öl-Brennwertgerät den Heizölbedarf deutlich reduzieren kann. Ab 2026 sollen Ölheizungen nur noch eingebaut werden dürfen, wenn sie erneuerbare Energien mit einbinden. Das können zum Beispiel Solarthermie- oder Photovoltaikanlagen sein.

Bekomme ich noch Fördermittel für eine neue Öl-Brennwertheizung?

Der Einbau eines Öl-Brennwertgeräts soll noch bis zum Ende des Jahres 2019 staatlich gefördert werden. Über die KfW-Bank sind Investitionskostenzuschüsse von bis zu 15 Prozent möglich. Ab 2020 fällt diese staatliche Unterstützung für den Einbau reiner Brennwertheizungen voraussichtlich weg. Nichtstaatliche Förderaktionen, zum Beispiel von Heizgeräteherstellern, sind davon nicht betroffen. Weitere Infos zum Förderprogramm „Besser flüssig bleiben“ finden Sie hier.

Ich will jetzt meine Ölheizung modernisieren: Was ist mit der Einbindung Erneuerbarer?

Die Einbindung erneuerbarer Energien hilft grundsätzlich, die CO2-Emissionen Ihres Hauses weiter zu verringern und ist daher eine sinnvolle Maßnahme. Sie können diese Einbindung aber auch unabhängig von der Heizungsmodernisierung, in einem zweiten Schritt, vornehmen. Dazu berät Sie der SHK-Fachbetrieb Ihres Vertrauens. Ab 2026 wird die Einbindung erneuerbarer Energien voraussichtlich zur Pflicht, wenn Sie eine neue Ölheizung einbauen möchten.

 

Unser Fazit:

Sollte der Beschluss des Klimakabinetts so wie vorgeschlagen umgesetzt werden, wäre das kontraproduktiv und ungerecht und würde zu Verunsicherung und Attentismus führen. Millionen Menschen, die im ländlichen Raum leben, sollten nicht nur zusätzliche Auflagen bei der Heizungsmodernisierung bekommen. Sie würden auch bei Fördermaßnahmen künftig massiv benachteiligt. Denn der Umstieg auf rein erneuerbare Heizsysteme wird häufig aus technischen oder finanziellen Gründen nicht ohne weiteres möglich sein. Daher würde diese Regelung vermutlich dazu führen, dass ein Hausbesitzer mit Gas-Anschluss eine kostenseitig sehr attraktive Möglichkeit zum Wechsel von der Ölheizung weg hin zu einer Gas-Hybridheizung gefördert bekommen würde – der Hausbesitzer im ländlichen Raum hingegen nicht, da eine Förderung von Öl-Hybridsystemen nach den Plänen der Bundesregierung derzeit nicht vorgesehen ist.

Mit neuer Heizung Energie und CO2 einsparen (29. August 2019)

Foto: IWO

Hausbesitzer, die auf Öl-Brennwertsysteme setzen, investieren in die Zukunft: Die Heizung ist sehr effizient, lässt sich leicht mit erneuerbaren Energien kombinieren und hat langfristig mit regenerativen Brennstoffen eine klimaneutrale Perspektive.

Abwrackprämie für alte Kessel

Jetzt im Spätsommer haben Heizungsmodernisierungen Hochkonjunktur – noch vor der kalten Jahreszeit sollten veraltete Systeme ausgetauscht und erneuert werden, damit die Wärmeversorgung im Winter sicher ist. Doch welche Heizungsanlage ist die richtige für das Zuhause? Mit der vorgeschlagenen Abwrackprämie für alte Heizungen ist diese Diskussion in vielen Haushalten neu aufgeflammt. Dabei zeigt sich: Moderne Brennwertheizungen können eine sinnvolle Lösung auf dem Weg zu mehr Klimaschutz sein – und Fördergelder gibt es bereits heute dafür.

Als Faustregel gilt: Verrichtet die Heizung seit 20 Jahren oder länger ihren Dienst, ist es in der Regel sinnvoll, sie gegen ein jüngeres Exemplar auszutauschen. Und das macht auch durchaus Sinn: Egal, ob Öl oder Gas, wer auf moderne Brennwerttechnik setzt, senkt damit seinen Energieverbrauch – und somit auch den CO2-Ausstoß um bis zu 30 Prozent. Deutschlandweit entsprechen fast zwölf Millionen Gas- und Ölheizungen nicht mehr dem Stand der Technik und verbrauchen zu viel Energie. Steht eine veraltete Ölheizung im Keller, ist eine Modernisierung mit Öl-Brennwerttechnik im Vergleich zu anderen Heizsystemen zumeist die kostengünstigste Alternative. Zumal viele dieser Gebäude auch nicht über einen Anschluss an Versorgungsnetze verfügen und somit eine autarke Lösung mit einem eigenen Energievorrat im Tank die einfachste Lösung ist.

Foto: IWO

Wer mit Öl-Brennwerttechnik modernisiert, kann schon länger eine besondere Form der „Abwrackprämie“ nutzen: Mit der Aktion „Besser flüssig bleiben“ sichern sich Hausbesitzer die jeweils höchstmögliche Fördersumme.

Brennwerttechnik: Zukunftssicher mit klimaneutraler Perspektive

Auf dem Weg in die klimaneutrale Zukunft ist die Modernisierung mit Brennwerttechnik für Ölheizer ein erster Schritt. Zusätzlich können erneuerbare Energien wie Sonne, Wind und Biomasse die Heizung ergänzen. Sorgt beispielsweise die Solaranlage auf dem Dach für warmes Wasser, entweder direkt über Solarthermie oder über die Photovoltaikanlage und einen elektrischen Wärmeerzeuger, wird weitere Energie eingespart. So springt die Öl-Brennwertheizung nur noch dann ein, wenn die Erneuerbaren nicht ausreichend zur Verfügung stehen.

Eine klimaneutrale Perspektive haben Öl-Brennwertheizungen mit dem künftigen Einsatz von regenerativen Energieträgern, wie fortschrittlichen Biobrennstoffen oder E-Fuels – die keine Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion darstellen. So können Haushalte mit modernen Ölheizungen die Klimaziele erfüllen. Einige Beispiele dafür gibt es bereits: Insgesamt elf Modellprojekte betreut allein das Institut für Wärme und Oeltechnik (IWO) deutschlandweit. Die Familien testen die neuen Brennstoffe im Alltag – mit sehr guten Ergebnissen. Alle bisher untersuchten Heizungsanlagen weisen sehr gute Werte vor und die Haushalte erfüllen schon jetzt die zukünftigen Klimaziele.
Maximale Fördersumme für Modernisierer
Hausbesitzer, die jetzt auf Brennwerttechnik setzen wollen, können übrigens schon länger eine besondere Form der „Abwrackprämie“ nutzen: So zahlt allein die staatliche KfW-Bank bis zu 15 Prozent der Investitionssumme. Mit der Aktion „Besser flüssig bleiben“ von IWO und zahlreichen Geräteherstellern sichern sich Modernisierer die für sie individuell errechnete, höchstmögliche Fördersumme aus staatlichen Fördertöpfen.